Philipp Weber

„Honeymoon Massaker “


Mittwoch, 24. November 2010, 20:00 Uhr,
Kammerspiele des Meininger Theaters

 

Bei Philipp Weber kommen die Pointen fast im Sekundentakt. Allzu ausgiebig lachen sollte man da besser nicht, will man dranbleiben an seinem wendigen und unaufhaltbaren Gedankenfluss, denn zu scharfsinnig sind seine Beobachtungen, als dass man nur eine einzige Pointe verpassen wollte. Kaum zu glauben, dass dieser Mann gar keine Karriere als Kabarettist anstrebte, sondern zunächst einmal Biologie und Chemie studierte. Ein Glück, dass er sich dann doch für die Bühne entschied.
Worum geht’s in seinem Programm? Ein Mann steht zwischen den Fronten: Hier fordert ein bedrohlich wachsendes Rentnerheer sofortige Fortpflanzung, dort klagen neoliberale Phrasendrescher Flexibilität ein. Der Chef verlangt Überstunden. Die Freundin Antworten zu Kinder, Kirche, Kachelofen. Und während unser Held sich auf schäbigen Bahnhöfen mit Milchkaffee aus Schnabelbechern besudelt, rätselt er: „Bin ich wirklich bereit, meiner sozialen Reproduktionspflicht nachzukommen?“
„Er trägt seine Gemeinheiten und scharfzüngigen Späße in liebevoller Selbstironie vor, die es umso mehr vermag, den Zuschauer auch selbst zu treffen - famos!“ (Mannheimer Morgen)

 

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